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Klinik für Neurochirurgie UK S-H Campus Kiel

Unter den Tumoren des Nervensystems findet sich eine Vielzahl verschiedener Geschwulste mit ganz unterschiedlichen biologischen Eigenschaften, die aus Strukturen des zentralen und peripheren Nervensystems oder seiner Hüllen erwachsen.
Die Behandlung dieser Tumoren hat sich während der vergangenen 30 Jahre aufgrund von Fortschritten in der Diagnostik (Kernspintomographie, funktionelle Bildgebung) und Therapie (Mikrochirurgie, Neuronavigation, intra-operatives Kernspin, Neuroendoskopie, Ultraschallaspiration) grundlegend geändert. In unserer Klinik stehen die modernsten diagnostischen und operativen verfahren zur Verfügung. Heute können immer mehr und immer ältere Patienten operativ behandelt werden. Im folgenden möchten wir Ihnen einige Informationen zu häufigenTumoren geben, die in unserer Klinik behandelt werden.

Astrozytome, Glioblastome

Astozytome sind hirneigene Tumore, die vermutlich aus den Stützzellen des Nervensystems, den Astrozyten, entstehen. Nach dem Erscheinungsbild unter dem Mikroskop werden nach der WHO (Weltgesundheitsorganisation) vier Malignitätsgrade unterschieden. Das Spektrum dieser Tumoren reicht damit von gutartigen, relativ gut abgrenzbaren Tumoren, wie dem pilozytischen Astrozytom des Kindesalters (Grad 1) bis zum invasiven, rezidivierenden Astrozytom (=Glioblastom, Grad 4). Die Behandlung besteht zumeist in einer operativen Entfernung, bei höhergradigen Tumoren wird eine Strahlentherapie angeschlossen.
Bezüglich der Chemotherapie gibt es derzeit eine Vielzahl von Behandlungsstudien. Die folgenden Studien zur werden zurzeit in unserer Klinik angeboten:

   Übersicht Studien Gliome

Meningeome

Diese, in über 95% der Fälle gutartigen Tumore, finden sich zumeist im Schädelinneren, seltener auch im Rückenmarkskanal. Meningeome wachsen in aller Regel sehr langsam, führen aber aufgrund des begrenzten Raumes im starren Schädelinneren oder im Spinalkanal zur Kompression des Gehirn mit neurologischen Funktionsstörungen. Die Behandlung der Wahl ist die operative Entfernung, in Einzelfällen kann auch eine abwartende Haltung sinvvoll sein. Bei rezidivierenden Meningeomen, vor allem an schlecht zugänglichen Stellen, kommt auch eine adjuvante Strahlentherapie in Betracht.

Akustikusneurinome

Dabei handelt es sich um einen gutartigen Tumor, der vom Gehörnerv ausgeht und häufig durch einen einseitigen Hörverlust, Tinnitus und Schwindel auffällt. Später kann auch eine Gesichtslähmung und eine Gangstörung eintreten. Die Tumore können operativ entfernt oder, bei geringer Größe, auch stereotaktische bestrahlt werden. Bei vollständiger Entfernung sind Rezidive selten. Im folgenden finden Sie einen Link zur Vereinigung Akustikusneurinom:

   Vereinigung Akustikusneurinom

Maligne periphere Nervenscheidentumore (MPNST)

Diese Tumorart ist sehr selten und wird daher häufig erst spät erkannt. Es handelt sich um bösartige Tumoren, die von Anteilen der Nervenscheidenen peripherer Nerven ausgehen. Sie neigen zu lokalen Rezidiven und können auch metastasieren. Die Behandlung der Wahl ist die möglichst vollständige operative Entfernung und die anschließende Strahlentherapie.

Ansprechpartner: Priv.-Doz. Dr. med. A. Stark (starka@nch.uni-kiel.de)

Spinale Tumore

Tumore der Wirbelsäule werden nach ihrer Lage in extradurale Läsionen (zumeist Knochenmetastasen), intradurale extramedulläre (v.a. Neurinome, Meningeome) und intramedulläre Tumore ( Gliome, Ependymome, Angioblastome) unterteilt. Die Behandlung richtet sich nach der Tumorart, der -lage und natürlich der Symptomatik. Intraoperativ erfolgt die Entfernung unter dem Mikroskop, ein elektrophysiologisches Monitoring kann verwendet werden. An die operative behandlung kann ggf. eine Strahlentherapie angeschlossen werden.

Zurück  Diese Seite drucken letzte Änderung: 
11.07.2007
verantwortlich für diese Seite: 
Neurochirurgie Kiel

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