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Universitäres Kinderwunschzentrum Lübeck ermöglicht Schwangerschaft trotz vorangegangener Krebsbehandlung mit Verlust der Eierstockfunktion

20.07.2015

Moderne Krebstherapien sind zielgerichtet und hoch effektiv, so dass viele Krebserkrankungen dauerhaft ausgeheilt werden. Mit der Krebsbehandlung (z.B. Chemotherapie) geht allerdings häufig ein Verlust der Funktion der Eierstöcke und der Fruchtbarkeit einher. Seit mehreren Jahren wird am Universitären Kinderwunschzentrum Lübeck die Gefrierlagerung von unbefruchteten Eizellen bei Frauen mit Krebsdiagnose noch vor einer Krebsbehandlung durchgeführt. Diese Eizellen stehen nach Ausheilung der Erkrankung für eine Reagenzglasbefruchtung und Übertragung in die Gebärmutter zur Verfügung.

Die Behandlungserfolge nach diesem Vorgehen sind bisher jedoch rar. Im deutschsprachigen Netzwerk Fertilitätserhalt (FertiPROTEKT®) ist bisher erst eine erfolgreiche Schwangerschaft nach Ausheilung einer Krebsbehandlung und Verwendung zuvor gefriergelagerter Eizellen erfasst.

Am Universitären Kinderwunschzentrum in Lübeck ist nun eine Schwangerschaft bei einer 36-jährigen Frau nach dem Auftauen von Eizellen erzielt worden. Bei der Patientin geht ein Brustkrebs mit Operation und Chemotherapie im Jahr 2009 voraus. Eine sehr kurzfristig als Notfallmaßnahme durchgeführte Eierstockstimulation ermöglichte noch vor der Chemotherapie die Gewinnung und Gefrierlagerung von 12 Eizellen, welche nun nach Abschluss der Behandlung und Ausheilung der Erkrankung für eine Reagenzglasbefruchtung verwendet wurden.

„Wir sind sehr glücklich, dass die neuartigen Gefriermethoden nun tatsächlich den Praxistest bestehen und unseren ehemaligen Krebspatientinnen helfen, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen“, so Prof. Dr. Georg Griesinger, Direktor des Universitären Kinderwunschzentrums in Lübeck und Manhagen. Der Experte für Kinderwunsch hält es für unbedingt geboten, dass alle Frauen vor einer potenziell eierstockschädigenden Therapie eine Aufklärung über die Möglichkeiten des Fertilitätserhaltes an einem spezialisierten Zentrum bekommen. „Allein das Bewusstsein auf Seiten der Patientin, dass die Krebsdiagnose und -behandlung nicht das Ende des Wunsches nach Familiengründung bedeuten muss, kann aus psychosozialer Sicht nicht hoch genug eingeschätzt werden“, sagt Prof. Dr. Georg Griesinger, und ergänzt: „Mutlosigkeit und Verzweiflung im Gefolge der Krebsdiagnose können somit deutlich gelindert werden.“ Bei der Lübecker Patientin sind noch vier befruchtete Eizellen gefriergelagert.

Die Patientin befindet sich inzwischen in der 12. Schwangerschaftswoche und Erstuntersuchungen zeigen eine regelrechte Entwicklung der Schwangerschaft und des Kindes.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Universitäres Kinderwunschzentrum, Prof. Dr. Georg Griesinger
Tel.: 0451 500-2949, E-Mail: georg.griesinger@uksh.de