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Systemische Tumortherapie

Die systemische Tumortherapie des Lungenkarzinoms hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Dies bezieht sich nicht nur auf die Behandlung weit fortgeschrittener Tumorerkrankungen, sondern auch auf Patientinnen oder Patienten, die zu einer Operation vorher (Neo-adjuvant) oder nachher (adjuvant) eine zusätzliche systemische Tumortherapie erhalten, um das Ergebnis weiter zu verbessern.

Prinzipiell kommen vier verschiedene Therapiemöglichkeiten zum Einsatz:

  • Die klassische Chemotherapie kommt als alleinige Therapie in der Behandlung des Lungenkarzinoms kaum noch vor. Allerdings stellt sie in vielen Fällen immer noch einen wichtigen Baustein als Kombinationspartner neben den unten genannten Therapieformern dar. Die Kombination hat eine deutlich höhere Wirkung, allerdings auch mehr Nebenwirkungen.

  • Neben der klassischen Chemotherapie oder Kombinationen mit der Strahlentherapie kommen heute innovative Immuntherapeutische Behandlungsmethoden zum Einsatz. Dies hat die Prognose der Erkrankung maßgeblich verbessert.

  • Die dritte Säule der Behandlung ist die Zielgerichtete Therapie. Diese basiert auf einer ausgedehnten molekularen Diagnostik (link zu a.iii.). Veränderungen der genetischen Information der Tumorzellen dienen als Angriffspunkt für eine sogenannte „zielgerichtete“ Therapie. Diese Therapieform besteht in der Regel aus einer Tablettentherapie, die als Dauertherapie zu hause eingenommen wird.
    Die Wirksamkeit ist gegenüber einer herkömmlichen Chemotherapie deutlich besser, sodass eine entsprechende Diagnostik und Testung auf die Verfügbarkeit einer Solchen Therapie zum Standard gehören sollte.

  • Als weiterer Baustein kommen Antikörper (passive Immuntherapie) zum Einsatz. In der Regel hemmen diese Medikamente das Gefäßwachstum, sodass der Tumor nicht mehr so gut mit Nährstoffen versorgt wird. Diese Therapieform kommt in der Regel nur in Kombination mit anderen o.g. Therapien in Betracht.

Wichtig ist, dass die Auswahl der systemischen Tumortherapie in enger Absprache mit der Patientin oder dem Patienten erfolgt um die persönliche Lebenssituation, die Begleiterkrankung und die Wünsche der Patientin oder des Patienten, sofern dies sinnvoll ist, berücksichtigt wird. So kann man z.B. zugunsten der Lebensqualität auf eine Kombinationstherapie verzichten, wenn dies von der Patientin oder dem Patienten gewünscht wird.